Ritterhudes Partnerstadt Sztum – ein Reisebericht von Moritz Rauch

Donnerstag:

6:30 Uhr. Jugendfreizeitheim Ritterhude. Wir, der busfahrende Teil der Ritterhuder Delegation, machen uns auf den Weg in Richtung Sztum. Die etwa 10.000 Einwohner zählende polnische Stadt südlich von Danzig ist seit 1994 mit Ritterhude verpartnert. Nachdem wir um 19 Uhr in unserer Unterkunft in Malborg ankommen, gibt es Fleisch und Pierogi mit Roter Beete. Die Marienburg, eine mittelalterliche Ordensburg aus dem 13. Jahrhundert, das Wahrzeichen der Stadt, schauen wir uns bei einem Spaziergang an.

Die Marienburg in Malborg

Freitag:

Wohnung für Geflüchtete

Heute haben wir ein volles Programm. Nach der kurzen Busfahrt nach Sztum schauen wir uns die Stadt an und fahren zu den für Geflüchtete aus der Ukraine hergestellten Wohnungen, deren Renovierung auch aus Ritterhuder Spendenmitteln finanziert wurde. Im Anschluss geht es weiter zur Einrichtung „Herzensgabe“, in der chronisch kranke Menschen gepflegt werden. Diese wurde mit viel Engagement aufgebaut und auch aus Ritterhude unterstützt, was auch in Zukunft nach Kräften geschehen wird, wie Bürgermeister Jürgen Kuck verkündet. Am Nachmittag steht der Besuch der neuen Sztumer Bibliothek an. Eine moderne Einrichtung mit abgetrennten Räumen für Kinderbücher, PC-Plätze und für gemeinsames Lernen. Der Bau wurde von Gefangenen des örtlichen Gefängnisses, dem größten Arbeitgeber der Stadt, unterstützt. Anschließend hören wir uns ein Konzert des polnischen Jazz-Pianisten Leszek Możdżer anlässlich des 20. Jubiläums des Landkreises Sztum an.

Samstag:

Heute fahren wir zuerst zum offiziellen Termin im Sztumer Rathaus mit den Bürgermeistern der drei Partnerstädte Sztum, Val-de-Reuil und Ritterhude. In einer offenen Diskussion geht es sowohl um die europäische Zusammenarbeit und die internationale Position der Europäischen Union als auch um den Krieg in der Ukraine und die damit verbundenen Flüchtlingsbewegungen. Anschließend geht es in den Wald zum Sportwettbewerb der Gemeinde Sztum mit den Kategorien Nordic Walking und Laufen. Nach dem Lauf und einer langen Siegerehrung verbringen wir den Abend grillend mit einem Lagerfeuer an einem Reiterhof gemeinsam mit der französischen Delegation und dem Sztumer Gemeinderat, bevor wir am Sonntagmorgen die Rückfahrt nach Ritterhude antreten.

Insgesamt konnten wir einige interessante Gespräche mit unseren europäischen Freunden aus Frankreich und Polen führen und die Gemeinde Sztum mit einigen ihrer Projekte näher kennenlernen. Gerade in Zeiten, in denen in Europa wieder Krieg herrscht und nationalistische Kräfte innerhalb der EU stark an Zuspruch gewinnen, ist die europäische Zusammenarbeit und der persönliche internationale Kontakt von enormer Bedeutung.

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