Online-Diskussionsveranstaltung zum Thema Kinderbetreuung

Wenn man als Familie mit kleinen Kindern aus einer größeren Stadt nach Ritterhude zieht, dann kann einem schon die Spucke wegbleiben. Denn je nachdem wo man wohnt, sieht es schlecht aus mit der Kinderbetreuung.

Drei Kitas der Gemeinde schließen schon um 14 Uhr und zwar in  Werschenrege, Moormanskamp und der Stettiner Straße. Bis 15 Uhr geöffnet sind die Kitas in Stendorf, Jahnstraße, Lehmbarg und Deltastraße.  Im Bunkenburgsweg, der Goethestraße und Ihlpohl sind die Kitas immerhin bis 16 Uhr geöffnet.

Trotzdem: Für berufstätige Eltern, die nicht auf Oma und Opa zählen können, ist das Thema Kinderbetreuung in Ritterhude eine große Herausforderung. Die Mutter eines Sohnes im Kindergartenalter berichtet:

„Wir wohnen in Werschenrege und arbeiten beide in Vollzeit. Die Kita in Werschenrege kam somit gar nicht für die Kinderbetreuung in Frage und wir sind in der nächsten Einrichtung in Stendorf gelandet. Das heißt wir müssen unser Kind kurz vor 15 Uhr abholen – ohne Homeoffice und zusätzliche Organisation wäre das mit den Jobs gar nicht machbar. Wenn man alleinerziehend ist, ist es schwer hier zu wohnen, denn die Betreuungszeit reicht nicht aus, um eine Vollzeitstelle plus Pendelzeit abzudecken. Und Ritterhude ist zu teuer, um die Rechnungen mit einer Teilzeitstelle zu bezahlen.

Schichtarbeit? Keine Chance auf Kinderbetreuung, die das ermöglicht. Und wenn das Kita-Personal krank ist, dann müssen die Eltern ran und einige Kinder bleiben Zuhause. Wie will man das dem Arbeitgeber erklären? Die Kinderbetreuung in der Stadt Bremen ist um einiges besser (wir arbeiten da), das heißt die Situation in unserer Gemeinde ist im Vergleich zu dem was möglich ist, beschämend. Wir leben doch nicht mehr im 19. Jahrhundert!

Familien sind auf gute Betreuung angewiesen, denn es reicht oft nicht mehr aus, dass nur ein Elternteil arbeitet. Und wenn es zu einem Betreuungsausfall kommt, dann bleibt meist die Mama Zuhause. Wenn Frauen dann nicht arbeiten können, weil sie keine Kinderbetreuung haben, dann zahlen sie nicht in die Rentenkasse. Was heißt das dann später? Armut im Rentenalter? Abhängigkeit vom Partner? Wir leben im 21. Jahrhundert und es kann nicht sein, dass die Betreuungssituation in der Gemeinde Ritterhude die Frauen und allgemein uns Eltern in ihren Entscheidungen und ihrer beruflichen Situation so stark beeinflusst, dass Eltern zurückstecken müssen.

Es muss sich etwas ändern. Es kann nicht sein, dass Familien mit ihrem Betreuungsbedarf allein gelassen werden. Wir Bürger:innen zahlen zu viele Steuern und Abgaben, um uns das bieten zu lassen.“

Wie seht Ihr das? Was denkt Ihr über die Kinderbetreuung in der Gemeinde Ritterhude? Lasst uns drüber reden – online am 04.11.2021 von 19-20 Uhr. Wir nutzen für den Termin die Open Source Videokonferenzsoftware Jitsi, welche ohne Installation im Browser läuft.

Einwahllink: https://konferenz.netzbegruenung.de/20211104-online-gruene-ritterhude

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