Antrag zur Schulstandortstrategie 11. März 202513. März 2025 Grundschule Ritterhude Foto privat Mit dem heutigen Tag hat die Fraktion von BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN im Ritterhuder Gemeinderat ihren Beitrag zur Schulstandortstrategie eingereicht. Konkret möchte die Fraktion, dass der Rat folgende Punkte in der Strategie beschließen möge: An allen drei Grundschulstandorten ist perspektivisch eine Ganztagsgrundschule vorzusehen, möglichst mit unterschiedlichen Konzeptionen. Die Schulbezirke sind aufzuheben. Die Kindertagesstätten in Ihlpohl und Platjenwerbe sind als integraler Bestandteil der Bildungslandschaft an den beiden Standorten zu entwickeln. Wegen der großen Bedeutung der Schule in der Jahnstraße mit ihren besonderen Herausforderungen ist diese zeitlich vorrangig zu betrachten. Begründung Ritterhude hat drei Grundschulstandorte. Jeder der drei Schulstandorte hat seine spezifischen Bedingungen und Herausforderungen, die berücksichtigt werden müssen. Die Fraktion sieht die Chance, die Bildungslandschaft in Ritterhude umfassend zu entwickeln und modern aufzustellen. Dabei ist darauf zu achten, dass an allen Schulstandorten eine inklusive Beschulung ermöglicht wird. Die Ausgangsbedingungen der einzelnen Standorte sind in der Untersuchung der GEBIT beschrieben. Die Kindertagesstätten an den Standorten Ihlpohl und Platjenwerbe müssen integrierter Bestandteil der Planung und der Strategie sein. In Kapitel 4.2 unserer Zielvereinbarung heißt es (Zitat): Unsere Schulangebote werden wir strukturell qualitativ und quantitativ entsprechend dem Bedarf und der gesetzlichen Vorgaben weiterentwickeln. Grundlage hierfür ist unser Schulentwicklungsplan. In dem Zusammenhang bauen wir unsere Schulen bedarfsgerecht zu Ganztagsschulen aus. So kann die Hort- und Schulrandbetreuung integriert werden und jedes Kind wird außerhalb des regulären schulischen Unterrichts bestmöglich gefördert. Wir bauen unsere Schulen, Kindertagesstätten sowie Jugend-, Freizeit- und Kultureinrichtungen weiter zu attraktiven Lern- und Arbeitsorten aus, um die Betreuungs- und Aufenthaltsqualität zu steigern, aber auch um für potenzielle Fachkräfte attraktiv zu sein. Schule Jahnstraße Strategische Aussagen Grundschule Ritterhude Foto privat Die Schule in der Jahnstraße ist von der Kapazität her fünfzügig und als moderner Schulstandort auszubauen. Die Schule muss schwankendem Bedarf gerecht werden können. Ein zu kleiner Ausbau ist nicht zielführend, da nachträgliche Baumaßnahmen ungleich teurer sind als eine direkte Berücksichtigung. Die Kita ist aus unserer Sicht an diesem Standort nicht tragfähig und muss geschlossen und die Räumlichkeiten für die Bedarfe der Schule zur Verfügung gestellt werden. Bei der Konzeption ist zu überlegen, wie die Schule in das Dorfleben aktiver integriert werden kann, z.B. durch multifunktionale Räume oder auch die Bibliothek, die nach der Schulzeit auch der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen soll. Transformation Die Schule soll für den Betrieb einer fünfzügigen Ganztagsschule während des Betriebs ertüchtigt werden. Die vorhandenen Sportangebote, bestehend aus Sporthalle und Schwimmbad, sollen möglichst erweitert werden, um dem wachsenden Bedarf gerecht zu werden. Außerdem muss die bestehende Mensa erweitert bzw. eine deutlich erhöhte Raumkapazität für das Mittagessen geschaffen werden. Schulstandort Ihlpohl Strategische Aussagen Foto privat Am Schulstandort Ihlpohl soll die Möglichkeit ein modernes Schulgebäude parallel zum laufenden Schulbetrieb zu errichten genutzt werden. Um schwankenden Bedarf befriedigen zu können, soll hier eine vierzügige Ganztagsschule entstehen. Die Kindertagesstätte ist in diese Planung einzubeziehen und die Gesamtanlage als integraler Bildungsstandort zu entwickeln. Im Ortsteil Ihlpohl hat die Dorfgemeinschaft kein Zentrum. Die neue Schule sollte daher als offener Standort entwickelt werden, zu welchem die Dorfgemeinschaft Zugang hat. Das betrifft multifunktionale Räumlichkeiten in der neuen Schule, eine offene Bibliothek und auch einen Schulhof, der außerhalb der Schulöffnungszeiten genutzt werden kann. Transformation Die Schule soll parallel zum Betrieb der jetzigen Schule neu geplant und gebaut werden. Die vorhandenen Angebote sollen übergangsweise für den Ganztag ertüchtigt werden, um den gesetzlichen Anspruch zu erfüllen. Schulstandort Platjenwerbe Strategische Aussagen Das Gelände Schulstraße 21 in Platjenwerbe ist heute lebendiger Ortsmittelpunkt einer engagierten Dorfgemeinschaft. Das Areal und die Gebäude werden genutzt von der Schule, dem Kindergarten, dem Kinder- und Jugendförderverein, der Sportgemeinschaft, dem Heimatverein, der Seniorenbegegnungsstätte und weiteren. Kindergarten und Schule sind räumlich eng miteinander verzahnt und bieten für Kinder einen guten Übergang zwischen den Bildungseinrichtungen. Der Schulhof ist offen konzipiert und steht der Öffentlichkeit außerhalb der Schulzeiten zur Verfügung. Der Schulstandort Platjenwerbe ist perspektivisch als zweizügige Ganztagsschule auszubauen. Die vorhandenen Gebäude sind aus unserer Sicht nicht geeignet und müssten ersetzt werden. Dies betrifft auch die Kindertagesstätte. Diese ist neu zu errichten. Transformation Übergangsweise sollte die vorhandene Horteinrichtung in Zusammenarbeit mit dem Kindergarten unter finanzieller Beteiligung der Eltern weiterbetrieben werden. Für Eltern, die dort keinen Platz bekommen, bzw eine gesetzliche Ganztagsbetreuung wünschen, sind die Schulbezirke aufgehoben. Das bedeutet Freiheit für die Elternentscheidung. In einem ersten Schritt sind die Kindertagesstätte und die Krippe neu zu planen und zu bauen. Hier bietet sich das ehemalige Feuerwehrgebäude und Gelände an. Die nach dem Abriss der alten Kindertagesstätte entstehende Fläche könnte unter Einbeziehung des bestehenden Krippengebäudes für die Errichtung einer Mensa, einer Küche, von Klassenräumen und/oder für Büroflächen genutzt werden. Die Ersatz der vorhandenen Schulgebäude sollte, wenn möglich, sukzessive erfolgen. Da der Platz dann für den Betrieb der Schule nicht mehr ausreicht, muss entweder eine Containerlösung, Klassenräume im neuen Mensagebäude oder eine zeitlich begrenzte Ausweichlösung mit der Schule in Ihlpohl gefunden werden. Letzteres bedeutet, dass die Schule in Ihlpohl zuerst errichtet werden müsste. Dies ist aus unserer Sicht auch vor dem finanziellen Hintergrund notwendig. Schlussbemerkung Die Fraktion ist sich bewusst, dass die finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde begrenzt sind. Zuschüsse und Sanierungsgelder sind notwendig, um die Vorhaben umzusetzen. Der Transformationsplan muss zeitlich so gestreckt werden, dass die Gemeinde nicht überfordert wird. Vordringlich sind aus unserer Sicht die notwendigen Veränderungen an der Grundschule Jahnstraße und der Neubau der Kita und Krippe in Platjenwerbe. Parallel sollte der Neubau der Schule in Ihlpohl erfolgen. Sobald die Kita und Krippe in Platjenwerbe umgezogen sind, sollte der Neuaufbau der Schule mit einem ersten Gebäudeteil auf der Fläche des ehemaligen Kindergartens in Platjenwerbe erfolgen. Im letzten Schritt der sukzessive Um- und Neubau der restlichen Schulgebäude in Platjenwerbe. Share on FacebookTweetFollow usSave